Fotolia 83717695 XSDer Ausbildungsbetrieb hat in erster Linie für die berufspraktische Ausbildung  zu sorgen. Hierfür bindend ist im Einzelhandel die Ausbildungsordnung für die Einzelhandelsberufe „Verkäufer/Verkäuferin" und „Kaufmann/Kauffrau" im Einzelhandel. Darin sind fünf Ausbildungsmittel festgelegt:

  • Bezeichnung des Ausbildungsberufes (Kauffrau/Kaufmann im Einzelhandel und Verkäufer/in)
  • Ausbildungsdauer
    - für den Beruf Verkäufer/Verkäuferin zwei Jahre.
    - für den Beruf Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel drei Jahre.
    Sind bestimmte Voraussetzungen erfüllt (Vorbildung, Notendurchschnitt), kann die Ausbildungsdauer auch verkürzt werden.
  • Ausbildungsberufsbild (Fertigkeiten und Kenntnisse, die Gegenstand der Berufsausbildung sind)
  • Ausbildungsrahmenplan (Anleitung zur sachlichen und zeitlichen Gliederung der Fertigkeiten und Kenntnisse)
  • Prüfungsanforderungen

 

Strukturkonzept der Einzelhandelsberufe

  • zwei getrennte Ausbildungsberufe mit gemeinsamen Inhalten im 1. und 2. Ausbildungsjahr
  • Modulares Konzept der Ausbildung, aber Beibehaltung des Berufsprinzips
  • Bausteinprinzip (2- und 3-jähriger Beruf)
  • Sicherung einer bedarfsgerechten Ausbildung
  • Anpassung an neue Sortimentsstrukturen
  • Verstärkung der Kundenorientierung
  • Erhöhung der Attraktivität für Jugendliche
  • Perspektiven für Fortbildung und Karriere

Als Besonderheit ist festzustellen, dass die Ausbildungsinhalte der beiden Teilberufe in Bausteine gegliedert sind.

  • Pflichtbausteine: Acht Pflichtbausteine sind für Verkäufer(innen) und Kaufleute im Einzelhandel verbindlich.
  • Wahlbausteine: Je nach Art des Ausbildungsbetriebes werden geeignete Bausteine zusammengestellt, in denen der Ausbildungsbetrieb auch ausbilden kann.

Die nachfolgenden Abbildungen stellen die Regelungen der Ausbildungsordnung in dieser Frage dar.

Qualifikationseinheiten Verkaeufer

Qualifikationseinheiten Kaufl. im EH

Zuordnung der Pflicht- und Wahlbausteine

Für beide Ausbildungsberufe gibt es acht inhaltsgleiche Pflichtbausteine für das 1. und 2. Ausbildungsjahr sowie einen Wahlbaustein (aus 4) im 2. Ausbildungsjahr.

Kaufleute im Einzelhandel werden darüber hinaus im 3. Ausbildungsjahr im Pflichtbaustein „Einzelhandelsprozesse" sowie in drei aus acht Wahlbausteinen ausgebildet. Von den gewählten Bausteinen muss einer aus den Nummern 1-3 stammen.

Pflicht- und Wahlbausteine

Im Folgenden werden beispielhafte Ausbildungskonzepte vorgestellt:

Beispielhafte Ausbildungskonzepte

Fotolia 46241521 XSDie Abschlussprüfung erstreckt sich auf die im Ausbildungsrahmenplan der Ausbildungsordnung genannten Kenntnisse und Fertigkeiten auf den im Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die Berufsausbildung wesentlich ist.
Die Abschlussprüfung zum Verkäufer, zur Verkäuferin besteht aus 4 Prüfungsbereichen:

1. Verkauf und Marketing
2. Warenwirtschaft und Rechnungswesen
3. Wirtschafts- und Sozialkunde
4. Fallbezogenes Fachgespräch

Die Bereiche 1. bis 3. werden schriftlich, der 4. Bereich mündlich geprüft. In jedem Prüfungsbereich können bis 100 Punkte erreicht werden, wobei folgender Notenschlüssel zu Grunde gelegt ist:

  • 100 bis 92 Punkte                  Note 1 - sehr gut
  • unter 92 bis 81 Punkte         Note 2 - gut
  • unter 81 bis 67 Punkte         Note 3 - befriedigend
  • unter 67 bis 50 Punkte         Note 4 - ausreichend
  • unter 50 bis 30 Punkte         Note 5 - mangelhaft
  • unter 30 bis 0 Punkte           Note 6 - ungenügend

Die Abschlussprüfung ist bestanden, wenn folgende Leistungen erzielt wurden:

  • in keinem Prüfungsbereich "ungenügend" (unter 30 Punkte) und
  • im Prüfungsbereich „Fallbezogenes Fachgespräch",
    in zwei der drei schriftlichen Prüfungsbereiche und
    im Gesamtergebnis mindestens „ausreichend" (mindestens 50 Punkte).

Für den Ausbildungsberuf Kaufmann im Einzelhandel/ Kauffrau im Einzelhandel wurde die „gestreckte Prüfung" nach § 5 Absatz 2 Nr. 5 BBiG eingeführt, d.h. die Abschlussprüfung wird in zwei Teile aufgeteilt. Eine Zwischenprüfung wird nicht mehr durchgeführt. Die zugrunde liegende "Verordnung über die
Erprobung abweichender Ausbildungs- und Prüfungsbestimmungen in der Berufsausbildung im Einzelhandel in dem Ausbildungsberuf Kaufmann/-frau im Einzelhandel" trat am 1. Juli 2009 in Kraft und löst die Erprobungsverordnung von 2007 ab. Durch diese neue Verordnung wird das klassische Prüfungsmodell der punktuellen Prüfung mit Zwischen- und Abschlussprüfung durch die Gestreckte Prüfung abgelöst.

Die gestreckte Prüfung teilt sich auf in Teil 1 und Teil 2 der Abschlussprüfung,

  • Teil 1 enthält die Inhalte der ersten beiden Ausbildungsjahre und findet nach dem 2. Ausbildungsjahr statt. Er ist deckungsgleich mit der schriftlichen Prüfung der Verkäufer.
  • Teil 2 der gestreckten Prüfung findet am Ende des 3. Ausbildungsjahres statt.

Die Ausbildung in der Schule

Durch die curriculare Verbindung der Ausbildungsberufe Verkäufer/ Verkäuferin und der Kaufleute  im Einzelhandel wurde ein Gesamtkonzept für die Ausbildungsberufe des Einzelhandels geschaffen. In den ersten beiden Ausbildungsjahren sind die Inhalte identisch. Dadurch wird die Durchlässigkeit des Ausbildungsberufs Verkäufer/ Verkäuferin zu dem dreijährigen Ausbildungsberufs sichergestellt.

Im Einzelnen bedeutet das:

  • Der Rahmenlehrplan ist nach dem Lernfeldkonzept strukturiert.
  • Inhaltlicher Gleichlauf der Ausbildung in den ersten beiden  Jahren,
  • Gemeinsame Beschulung von Verkäuferinnen, Verkäufern und Kaufleuten im EH in einer Klasse
  • Die Orientierung des Unterrichts erfolgt an typischen Geschäfts- und Arbeitsprozessen, nicht an der Fachstruktur.
  • Warenverkaufskundeunterricht  wird im Differenzierungsbereich (Wahlbereich) unseres Berufskollegs angeboten.

 

Zuordnung der Lernfelder zu den Unterrichtsfächern mit Wochenstundenzahlen

 

Zuordnung Lernfelder zu Fächern

Zuordnung der Lenfelder zu den Bündelungsfächern

Lernfelduebersicht

 

Stundenplanübersicht nach Ausbildungsjahren

1. Ausbildungsjahr

Fach

Stunden

Kundenkommunikation u. -service [KKS]

3

Warenbezogene Prozesse [WBP]

2

Wirtschafts- u. Sozialprozesse  [WSP]

2

Datenverarbeitung

1

Deutsch/Kommunikation

1

Sport

1

Religion

1

Politik / Gesellschaftslehre

1

Differenzierungsbereich: Lebensmittel-WVK

Differenzierungsbereich: Textil-WVK

1

1

2. Ausbildungsjahr

Fach

Stunden

Kundenkommunikation u. -service [KKS]

2

Warenbezogene Prozesse [WBP]

3

Wirtschafts- u. Sozialprozesse  [WSP]

1

Kaufm. Steuerung und Kontrolle

2

Englisch

1

Politik / Gesellschaftslehre

1

Differenzierungsbereich: Lebensmittel-WVK

Differenzierungsbereich.:Textil-WVK

Anwendungsorientierte Datenverarbeitung (1 Hj.)

1

1

1

3. Ausbildungsjahr

Fach

Stunden

Kundenkommunikation u. -service [KKS]

   1.Hj-> 3 
   2.Hj-> 2

Wirtschafts- u. Sozialprozesse  [WSP]

         3

Kaufm. Steuerung und Kontrolle

2

Politik

1

Deutsch

1

Differenzierungsbereich: Zertifikatskurs Existenzgründung im Einzelhandel

2

Anmerkung: aufgrund der derzeitigen Kapazitäten an Lehrerstunden bieten wir den berufsübergreifenden Unterricht nicht in vollem Maß an. Die Fächer Religion, Sport und Deutsch werden zur Zeit nicht in jeder Ausbildungsstufe und nur verkürzt angeboten.

Fächer des berufsbezogenen Lernbereichs

 

Kundenkommunikation und -service

In diesem Fach werden die Kompetenzen entwickelt, die vorrangig auf kundenorientiertes Verkaufen und das Anbieten und Erbringen von Serviceleistungen gerichtet sind. Übergreifende Zielsetzung der im Fach gebündelten Lernfelder bildet damit die kundenorientierte Kommunikation sowie das kundenbezogene Verhalten in zunehmend komplexeren Lernsituationen. Da die damit verbundenen beruflichen Handlungen an konkrete Waren gebunden sind, werden Warenkenntnisse aus der Praxis einbezogen. Ebenso werden Techniken zum Erwerb von Warenkenntnissen vermittelt.

Das erste Ausbildungsjahr stellt den Umgang mit dem Einzelkunden in störungsfreien Verkaufssituationen in den Vordergrund. Erworben werden Verkaufs- und Gesprächstechniken. Körpersprachlicher Elemente sind einbezogen. (LF 2)

Häufig vollzieht sich der Erstkontakt mit dem Kunden an der Kasse. Kundenbezogene Kommunikation und das Anbieten von Serviceleistungen sind in diesem Einsatzgebiet ebenso notwendige Kompetenzen zur Kundenbindung. Darüber hinaus erfordert dieser Handlungsbereich betriebswirtschaftliche und rechtliche Kompetenzen sowie den sicheren Umgang mit IT-Systemen beim Abschluss und bei der Erfüllung des Kaufvertrages. (LF 3)

Im zweiten Ausbildungsjahr werden kommunikative Kompetenzen zur Bewältigung von konflikthaften und komplexen Verkaufssituationen weiterentwickelt. (LF 10)

Über die individuelle Kommunikation mit dem Kunden hinaus werden im dritten Ausbildungsjahr Marketinginstrumente erschlossen und strategisches Denken sowie planerisches Vorgehen gefördert. Die Schülerinnen und Schüler beziehen Serviceelemente und neue Medien zur Kundenbindung und Neukundengewinnung mit ein. (LF 12)

Warenbezogene Prozesse

In diesem Fach sind die Lernfelder zusammengefasst, deren Schwerpunkte warenbezogene Prozesse und die Bedeutung der Ware für den kundenorientierten Einzelhandelsbetrieb in den Vordergrund stellen. Dabei wird der Weg der Ware vom Lieferanten zum Kunden analysiert und gestaltet.

Der Schwerpunkt im ersten Ausbildungsjahr liegt auf den verschiedenen Möglichkeiten zur Präsentation von Waren. Dabei beachten die Schülerinnen und Schüler die Besonderheiten unterschiedlicher Betriebs- und Verkaufsformen sowie verkaufspsychologische Elemente. (LF 4)

Werbung und Verkaufsförderung sind elementare Bestandteile warenbezogener Prozesse. Dabei erfolgt der Einsatz der Serviceleistungen und Verpackungsmaterialien unter ökonomischen und ökologischen Gesichtspunkten. (LF 5)

Ökonomische, rechtliche und ökologische Gesichtspunkte spielen auch bei der Warenbeschaffung als Ausgangspunkt der warenbezogenen Prozesse im zweiten Ausbildungsjahr eine entscheidende Rolle. Ausgehend von den Daten des Warenwirtschaftsystems ermitteln die Schülerinnen und Schüler verschiedene Bezugsquellen, deren Konditionen und Preise. Die erhaltenen Informationen präsentieren sie als Grundlage der Beschaffungsentscheidung unter quantitativen und qualitativen Aspekten. (LF 6)

Der Wareneingang wird überwacht, Waren werden geprüft und fachgerecht gelagert. Bei Störungen in warenbezogenen Beschaffungsprozessen beachten sie rechtliche und wirtschaftliche Bedingungen und bewältigen diese problemlösungsorientierte Kundenkommunikation. Unter Einsatz von informations- und kommunikationstechnischen Systemen werden Belege erfasst und ausgewertet. Mit Hilfe von Rechenverfahren und Kennziffern werden Optimierungsmöglichkeiten für das Lager gefunden. Sowohl im Lager als auch beim Umgang mit Verpackungen werden nicht nur ökonomische und rechtliche Aspekte, sondern auch ökologische Überlegungen beachtet. (LF 7)

Wirtschafts- und Sozialprozesse

In den Lernfeldern dieses Faches sind Schülerinnen und Schüler als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingebunden in vielfältige Wirtschafts- und Sozialprozesse in ihren Betrieben, der Gesamtwirtschaft und der Gesellschaft. Sie erfahren, dass persönliche mikroökonomische Entscheidungen weitreichende makroökonomische Auswirkungen haben.

Ausgehend von der betrieblichen Situation als Auszubildender und Mitarbeiter, der durch gesetzliche Vorschriften unterstützt und geschützt wird, übernehmen sie Verantwortung für sich und ihre berufliche und private Zukunft. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit einer sozialen Sicherung und privaten Vorsorge. (LF 1)

Mit den auf Grundlage von betriebsinternen Daten ermittelten Preisen müssen sich Unternehmen im gesamtwirtschaftlichen Prozess behaupten. So unterliegt die Preisstrategie einer Einzelhandelsunternehmung nicht nur Kostengesichtspunkten, sondern auch dem unterschiedlichen Nachfrageverhalten sowie gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen. (LF 9)

Die Schülerinnen und Schüler im dritten Ausbildungsjahr entwickeln personalwirtschaftliche Kompetenzen. Sie sind in der Lage, die Personalpolitik des Unternehmens zu beurteilen, die Wirkung von motivierenden Instrumenten einzuschätzen, sich für soziale Belange einzusetzen und mit Konflikten umzugehen. (LF 13)

Sie erkennen, dass der Prozess der Weiterentwicklung der Unternehmung u. a. auf einer gesunden Finanzierung basiert sowie durch Kooperation und andere Möglichkeiten gefördert werden kann. Dabei berücksichtigen sie unterschiedliche Unternehmensformen. Im Falle eines Zahlungsverzuges eines Schuldners können sie die geeigneten Maßnahmen ergreifen. Sie analysieren krisenhafte Entwicklungen des Unternehmens und können geeignete Mittel zur Existenzsicherung ergreifen. (LF 14)

Kaufmännische Steuerung und Kontrolle

In diesem Fach werden die Lernfelder zusammengefasst, die die Werteprozesse beinhalten, die der Planung und der Kontrolle der betrieblichen Leistungsprozesse dienen, Kennzahlen für die Feststellung des Unternehmenserfolgs liefern und eine Grundlage für Investitions- und Finanzierungsprozesse bieten.

Im zweiten Ausbildungsjahr erfassen die Schülerinnen und Schüler den Wertefluss anhand von Belegen und stellen diesen unter Beachtung rechtlicher und betrieblicher Vorgaben dar. Aus einem vorläufigen Abschluss der Konten leiten die Schülerinnen und Schüler vermögens-, finanz- und ertragswirtschaftliche Auswirkungen ab. Die Schülerinnen und Schüler nutzen die Daten aus dem Jahresabschluss und ermitteln Kennzahlen zur Vorbereitung unternehmenspolitischer Entscheidungen. Sie entwickeln ein Problembewusstsein für betriebliche Kennziffern und gewinnen Sicherheit im Umgang mit unterstützender Software. (LF 8)

Die Schülerinnen und Schüler analysieren den Wertschöpfungsprozess, indem sie Kosten und Leistungen unterscheiden, berechnen, beurteilen und die gewonnenen Daten für betriebliche Entscheidungsprozesse vorbereiten. Sie entwickeln ein unternehmensgerechtes und situationsangemessenes Kostenbewusstsein. (LF 11)

Datenverarbeitung

In allen Fächern sind die Datenverarbeitung und die Nutzung von Standard- und Branchensoftware integraler Bestandteil. Ziel des Faches ist es, Informationssysteme zur Lösung berufsbezogener Aufgaben zu nutzen und die Schülerinnen und Schüler zum sachgerechten und verantwortungsbewussten Umgang mit betrieblichen Informationen zu befähigen. Es muss gewährleistet sein, dass die Schülerinnen und Schüler über grundlegende instrumentelle Fähigkeiten verfügen.

Das Fach beinhaltet den Umgang mit aktuellen Medien, Warenwirtschaftssystemen und geeigneter Software zur Informationsbeschaffung und -verarbeitung. Im ersten Ausbildungsjahr werden die in den Lernfeldern 3 und 5 integrierten instrumentellen Fähigkeiten und Fertigkeiten vermittelt. Die erbrachten Leistungen sind in beiden Fällen im Zeugnis als Fach Datenverarbeitung in der Unterstufe auszuweisen.

Die in den folgenden Ausbildungsjahren zu erwerbenden Datenverarbeitungskompetenzen sind mit weiteren 40 Unterrichtsstunden in den Lernfeldern des 2. und 3. Ausbildungsjahres enthalten. Es erfolgt keine gesonderte Benotung.

Fremdsprache

Grundlage für den Unterricht im Fach Fremdsprache ist der Lehrplan zur Erprobung „Fremdsprachen“ in den Fachklassen des dualen Systems der Berufsausbildung. In diesem Lehrplan sind die Ziele und Aufgaben des Fremdsprachenunterrichts definiert:

„Die Vermittlung von Fremdsprachen trägt in der beruflichen Erstausbildung zur beruflichen, gesellschaftlichen und personalen Kompetenzentwicklung bei, d. h., der Unterricht hat die Aufgabe, die Schülerinnen und Schüler zur Bewältigung beruflich relevanter Handlungssituationen zu befähigen; die dabei entwickelte Sprachkompetenz erleichtert auch die Teilnahme am öffentlichen Leben und bedeutet eine Bereicherung für die private Lebensgestaltung. Unter bestimmten Voraussetzungen wird darüber hinaus durch das Fach Englisch der Erwerb der Fachoberschulreife bzw. der Fachhochschulreife ermöglicht[2].“

Gemeinsames Anliegen aller Lernbereiche ist es, berufsübergreifende und berufsbezogene Perspektiven zu verschränken. Für den Ausbildungsberuf Verkäuferin/Verkäufer sowie Kauffrau/Kaufmann im Einzelhandel sind inhaltliche Aspekte zur Förderung des Fremdsprachenerwerbs besonders in den Lernfeldern 2, 3, 5, 6, 10 und 12 enthalten.


[1] Lehrplan für das Berufskolleg in Nordrhein-Westfalen: Verkäuferin/Verkäufer, Kauffrau/Kaufmann im Einzelhandel vom 01.06.2004

[2] Lehrplan zur Erprobung in den Fachklassen des dualen Systems der Berufsausbildung, Fremdsprache vom 18.02.2004

Aufgaben und Tätigkeiten der Verkäufer/innen[1]

Fotolia 69948798 XSSie haben je nach Betrieb oder Abteilung z.B. mit Bekleidung, Spielwaren, Nahrungsmitteln, Unterhaltungselektronik oder Wohnbedarf zu tun. Verkäufer/innen nehmen Warenlieferungen an, sortieren Waren, räumen sie in Regale ein und zeichnen Preise aus. Regelmäßig führen sie Qualitätskontrollen durch, prüfen den Lagerbestand und bestellen Waren nach. Ihre Hauptaufgabe besteht in Verkaufs- und Beratungsgesprächen mit Kunden. Beim Kassieren prüfen Verkäufer/innen die Echtheit der Geldscheine, achten auf die richtige Ausgabe des Wechselgeldes oder wickeln Zahlungen bargeldlos mit Kredit- oder Geldkarten ab. Ggf. verpacken sie die Ware oder machen sie versandfertig. Darüber hinaus wirken sie bei der Planung und Umsetzung von werbe- und verkaufsfördernden Maßnahmen mit. Vor allem in kleinen Geschäften helfen sie beim Dekorieren der Verkaufsräume und Schaufenster.

Film der Bundesagentur für Arbeit "Verkäufer/in" 


 [1] Ausführliche Darstellungen und Charakteristiken der Aufgaben und Tätigkeiten sind der Datenbank für Ausbildungs- und Tätigkeitsbeschreibungen der Bundesagentur für Arbeit zu entnehmen. Folge hierzu folgendem Link: http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/start?dest=profession&prof-id=6628

Aufgaben und Tätigkeiten der Kaufleute im Einzelhandel[2]

Fotolia 69948970 XSSie verkaufen Konsumgüter wie z.B. Bekleidung, Spielwaren, Nahrungsmittel, Unterhaltungselektronik oder Einrichtungsgegenstände. Kaufleute im Einzelhandel führen Beratungsgespräche mit Kunden, verkaufen Waren und bearbeiten ggf. Reklamationen. Außerdem planen sie den Einkauf, bestellen Waren, nehmen Lieferungen entgegen, prüfen deren Qualität und sorgen für eine fachgerechte Lagerung. Sie zeichnen die Waren aus und helfen beim Auffüllen der Regale sowie bei der Gestaltung der Verkaufsräume. Auch bei der Planung und Umsetzung von werbe- und verkaufsfördernden Maßnahmen wirken Kaufleute im Einzelhandel mit. Sie beobachten den Markt, die Konkurrenz sowie den Warenfluss im eigenen Geschäft und beeinflussen die Sortimentsgestaltung entsprechend.

Film der Bundesagentur für Arbeit "Kaufmann/-frau im Einzelhandel"


[2]  Ausführliche Darstellungen und Charakteristiken der Aufgaben und Tätigkeiten sind der Datenbank für Ausbildungs- und Tätigkeitsbeschreibungen der Bundesagentur für Arbeit zu entnehmen. Folge hierzu folgendem Link:http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/start?dest=profession&prof-id=6580

Auch Auszubildende des Eugen-Schmalenbach-Berufskollegs präsentieren ihren Ausbildungsberuf in zwei kurzen Filmen:

Interview mit Auszubildenden zum Einzelhandelskaufmann bzw. zur Einzelhandelskauffrau 01:56 Min

Bericht aus einem Einzelhandelsgeschäft für Mode 02:08 Min

{slider Das Profil des Ausbildungsberufs Verkäufer / Verkäuferin | blue | closed}

 Film der Bundesagentur für Arbeit Verkäufer/in

 

Der Beruf der Kauffrau oder des Kaufmanns im Einzelhandel gilt als ein zukunftsträchtiger Dienstleistungsberuf. Die mittelfristigen Berufsaussichten können als gut eingeschätzt werden.

Sie eröffnen den ausgebildeten Einzelhandelskaufleuten Aufstiegsmöglichkeiten, welche nach oben nahezu unbegrenzt sind. Die Chancen bestehen entweder in der eigenen beruflichen Selbständigkeit oder als Angestellte/r in einer Führungsposition in einem Einzelhandelsunternehmen.

Nach der Ausbildung starten Sie zunächst als Mitarbeiter/in im Verkauf. Der Beruf eröffnet Ihnen aber auch die Möglichkeit mehr in der Verwaltung oder im Einkauf, vielleicht auch in der Ausbildung tätig zu werden. Sie benötigen auf jeden Fall eine positive Einstellung zu anderen Menschen, müssen gerne den Kontakt zu vielen verschiedenen Kunden suchen und benötigen manchmal eine hohe Frustrationstoleranz. Interesse an und Vorkenntnisse in bestimmten Warensortimenten können für Sie von Nutzen sein, z.B. in der Sport- oder Computerbranche[1].

Besondere scFotolia 46321323 XShulische Voraussetzungen benötigen Sie dafür nicht. So ist z.B. ein ordentliches Hauptschulzeugnis eine gute Grundlage. Handelsschul- oder Höherer Handelsschulabschluss sind jedoch von Nutzen.Die Ausbildung dauert drei Jahre und kann bei einem entsprechenden Schulabschluss (z.B. Abitur) und dem Einverständnis des Ausbildungsbetriebes bis auf zwei Jahre verkürzt werden. 

Interessenten benötigen einen Ausbildungsplatz in einem Einzelhandelsbetrieb, mit welchem ein Ausbildungsvertrag abgeschlossen wird.

Die Einzelhandelsbetriebe stellen in der Regel jeweils zum 1. August eines jeden Jahres neue Auszubildende ein. Die Anmeldung zur Berufsschule wird vom Betrieb vorgenommen.

Interessierte sollten sich frühzeitig um eine Ausbildungsstelle bemühen und eventuell vor Beginn der Ausbildung bereits ein Praktikum in dem Betrieb ableisten.

Sollten Ihre Stärken eher in der praktischen Arbeit liegen, gibt es auch die Möglichkeit, eine zweijährige Ausbildung zum/r Verkäufer/in zu absolvieren. Die theoretischen Anforderungen sind reduziert und der Schwerpunkt der Ausbildung liegt im Verkauf.

Am Eugen-Schmalenbach-Berufskolleg können Sie zwischen beiden Bildungsgängen „Kauffrau/Kaufmann im Einzelhandel“ sowie „Verkäuferin/Verkäufer“ wählen. Als berufsfeldbezogene Bildungsgänge dienen sie der beruflichen Qualifizierung im dualen System. Als formale Bildungsziele formulieren wir:

  • eine fundierte Berufsausbildung, die befähigt, sich auf veränderte Anforderungen im Beruf einzustellen und neue Aufgaben zu übernehmen.
  • Erwerb von Kenntnissen und Einsichten in die Zusammenhänge der Berufstätigkeit, um gut vorbereitet in die Arbeitswelt zu treten.
  • Erwerb von Fähigkeiten, um betriebliche, rechtliche sowie wirtschaftliche und politische Zusammenhänge zu erkennen.
  • Förderung der Bereitschaft zu verantwortlichem Handeln in schulischen und außerschulischen Bereichen.

Zusammen mit den Ausbildungsbetrieben bereiten die Bildungsgänge im Einzelhandel die Auszubildenden auf die Berufsabschlussprüfung vor der SIHK in Hagen vor.

Als besondere Profilbildung bieten wir angesichts unserer Anmeldezahlen und unseres Leistungsvermögens - innerhalb des Differenzierungsbereichs - unseren Auszubildenden die Möglichkeit des branchenbezogenen Warenverkaufskunde-Unterrichts in den Bereichen:

  • Lebensmittel
  • Textil

Hierdurch können wir die branchenspezifischen Besonderheiten vertiefend berücksichtigen und noch praxisnäher ausbilden.

Seit dem Schuljahr 2017/18 bieten wir auf Wunsch vieler Ausbildungsbetriebe zusätzlich einen branchengemischten Warenverkaufskunde-Unterricht an, indem sich die Auszubildenden entsprechend ihrer Branche bzw. ihres Ausbildungsschwerpunktes fachspezifisch fortbilden können.


[1] Zu den Anforderungen siehe auch den Beitrag „Profile der Ausbildungsberufe“ auf dieser Homepage